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Arbeitnehmerüberlassung reagiert frühzeitig auf gesamtwirtschaftliche Veränderungen

Die Arbeitnehmerüberlassung kann als frühzeitiger Indikator für Änderungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen gelten. In Zeiten eines beginnenden konjunkturellen Aufschwungs steigt – neben dem Aufbau von Überstunden – auch die Inanspruchnahme von Leiharbeitskräften durch Unternehmen zunächst an. Darauf verweist die Arbeitsagentur in ihrer Publikation „Aktuelle Entwicklungen in der Zeitarbeit“. Hält der Aufschwung an, steigt das Vertrauen der Unternehmen in die konjunkturelle Entwicklung und damit auch die Bereitschaft zu einer Erweiterung des eigenen Personals. In einer gesamtwirtschaftlichen Abschwungphase hingegen ist die Arbeitnehmerüberlassung der Sektor, der frühzeitig die Folgen der wirtschaftlichen Eintrübung spürt, so die Arbeitsagentur. Denn: Vor der Entlassung der Stammbelegschaft wird in Unternehmen – neben Anpassungen der Arbeitszeit über eine Verringerung der Überstunden oder durch Kurzarbeit – üblicherweise auch die Inanspruchnahme von Zeitarbeit zurückgefahren.
Aus einer rückläufigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der Zeitarbeit könne aber nicht automatisch auf einen bevorstehenden Beschäftigungsrückgang insgesamt geschlossen werden. Hinter abnehmenden Leiharbeitnehmerzahlen könne auch eine wachsende Bereitschaft der Entleihbetriebe stehen, Leiharbeitnehmer zu übernehmen. Gerade in Zeiten eines zunehmenden Fachkräfteengpasses wird es eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, dass Unternehmen Fachkräfte an sich binden und dass es auch Zeitarbeitsunternehmen schwerer fällt, Fachkräfte zu finden.